Testbericht: Olimexino-328

Der Olimexino-328 ist ein weiteres Arduino-Board des bulgarischen Herstellers Olimex. Freundlicherweise wurde mir ein Testboard vom schweizer Distributor boxtec zur Verfügung gestellt. Die Produktseite des Olimexino-328 listet alle technischen Daten des Arduino-kompatiblen Boards auf. Im Vergleich zum Arduino-Uno haben die Entwickler von Olimex verschiedene Punkte, die beim Arduino Uno teilweise bemängelt wurden, optimiert und verbessert.

Folgende Verbesserungen kennzeichnen den Olimexino-328:

  • Erweiterter Versorgungsspannungsbereich 9 – 30 VDC
  • Ultra Low Power Spannungsregler für portable Anwendungen
  • Anschluss für LiPo-Batterie inklusive Batterie-Ladeschaltung
  • Betrieb 3.3 oder 5 Volt
  • Optimiertes Leiterplattendesign bezüglich Resetverhalten beim Betrieb von Motoranwendungen
  • Zusätzlicher Spannungsregler für Analogteil
  • Optimierte Positionierung von Leuchtdioden und Taster
  • flache Bauweise (Bauelemente und USB-Stecker)
  • zusätzliche Lötpins für Buchsenleisten im 0.1 Zoll-Raster
  • Saubere Beschriftung der Anschlusspins auf Ober-und Unterseite der Leiterplatte

Das Olimexino-Board wird in einer Kartonbox geliefert. Das Board selbst ist zusätzlich in einem Antistatik-Beutel verschweisst. Beim Auspacken des Boards fällt sofort die von Olimex bekannte rote Farbe der Leiterplatte auf. Das Olimexino-Board ist dicht mit Bauteilen bestückt, die Beschriftung der Anschlusspins ist aber trotzdem sehr gut lesbar.

Olimexino-328
Olimexino-328

Der Olimexino-328 hat die selben Abmessungen wie der Arduino Uno. Auch die Positionen der Montagebohrungen sind identisch. Das Board kann also in Gehäuse eingebaut werden, die für den Arduino-Uno ausgelegt sind. Einziger mechanischer Unterschied sind die unterschiedlichen Positionen von USB-Stecker, Power-Jack und ICSP-Stecker. Der Mini-USB-Stecker und der Powerjack, also der Anschluss der Versorgungsspannung mittels 2.1mm-Stecker, sind wenige Millimeter verschoben im Vergleich zum Arduino Uno. Wird für das Gehäuse das bekannte Arduino-Gehäuse verwendet, müssen die Ausschnitte für USB und Powerjack etwas von Hand vergrössert werden.

Olimexino im Gehäuse Olimexino im Arduino-Gehäuse

Je nach Einsatzfall kann durch die unterschiedliche Positionierung des ICSP-Steckers kein Shield aufgesteckt und verbunden werden. Mein Test mit einem Wiznet Ethernet Shield von Seeedstudio war nicht erfolgreich da er Stecker UEXT das Aufstecken dieses Ethernet Shields verhinderte. Dies könnte verbessert werden indem man den ICSP-Stecker an der gleichen Position wie auf dem Standard-Arduino positioniert und die Stiftleiste des ICSP auf der Leiterplatte verschiebt oder auf die Rückseite des Boards versetzt.

Olimexino mit Ethernet Shield
Olimexino-328 mit Ethernet Shield

Die Versorgung des Olimexino-328 kann über die bekannten Arten erfolgen – über die USB-Schnttstelle oder den 2.1mm Power-Jack. Die Versorungsspannung kann dabei im Bereich von 9 bis 30 Volt betragen. Durch den erweiterten Versorgungsspannungsbereich kann der Olimexino mit einem beliebigen AC/DC-Spannungsadapter versorgt werden. Durch die Verwendung von industrietauglichen Komponenten mit einem industriellen Temperaturbereich von -25 bis +85 Grad C kann das Olimexino-328-Board in industriellen Anwendungen eingesetzt und von einer industriellen 24 Volt-Versorgung betrieben werden.

Neben den beiden Arten der Spannungsversorgung kann das Olimexino-Board zusätzlich über einen LiPo-Akku versorgt werden. Auf dem Olimexino steht dazu ein Anschluss-Stecker für den Akku und eine entsprechende Ladeschaltung zur Verfügung.

olimexino-ladeschaltung

Die Ladeschaltung lädt einerseits den Akku über den Battery Charger – Baustein. Falls keine Versorgungsspannung über den USB-Anschluss oder den Powerjack geliefert wird, schaltet FET2 ein und versorgt den Spannungsregler VR1 mit rund 3.7 V. Am Ausgang des Spannungsreglers stehen dann wieder 3.3V für den Betrieb des Boards zur Verfügung. Ein Test mit einem aufgesetzten RF-Shield funktioniert unterbrechungsfrei weiter nachdem die Hauptversorgung über den USB-Stecker entfernt wurde.

Olimexino-328 im Batteriebetrieb
Olimexino-328 im Batteriebetrieb als drahtloser Sensornode

Bei der Auswahl der Komponenten auf dem Olimexino-328 wurde auf die Höhe der Komponenten geachtet. Der grösste Teil der eingesetzten Bauteile sind in SMD-Bauform (oberflächenmontierte Bauteile) eingesetzt. Dadurch ergibt sich Board mit sehr geringer Bauhöhe. Im Gegensatz zum Arduino Uno wird bei Olimexino-328 ein Mini-USB-Stecker verwendet. Die geringe Bauhöhe der Bauteile vermindert Kurzschlüsse auf aufgesteckten Shields.

Die Leuchtdioden und Taster befinden sich jeweils am Rand der Leiterplatte und können dadurch auch abgelesen beziehungsweise betätigt werden wenn ein Shield auf dem Board aufgesteckt ist.

Bei der Verwendung eines Shields sollte beachtet werden dass auf der Buchsenleiste für Power zwei zusätzliche Anschlüsse vorhanden sind. Mit dem Arduino Uno Rev 3 wurden zwar diese beiden zusätzlichen Anschlusspins eingeführt, aber auf dem Olimexino-328 sind daran die analogen Eingänge A6 und A7 angeschlossen. Für Anwendungen mit vielen analogen Eingangssignalen ist das eine gute Lösung aber kann von Fall zu Fall zu Konflikten mit der Anschlussbelegung des verwendeten Shields führen.

Fazit:
Der Arduino-Clone Olimexino-328 ist ein Arduino-Board von sehr guter Qualität. Das Board hat eine gut lesbare Beschriftung und alle nötigen Bedien-oder Anzeigelemente sind auch bei aufgestecktem Shield erreichbar. Der Olimexino-328 zeichnet sich durch den grossen Versorgungsspannungsbereich und die umschaltbare Betriebsspannung von 3.3 oder 5 V aus. Zusätzlich zur üblichen Versorgung via USB oder Netzteil bietet der Olimexino-328 die Anschlussmöglichkeit eines LiPo-Akkus. Die auf dem Board integrierte Ladeschaltung lädt den angeschlossen Akku wenn das Olimexino-Board über USB oder Power-Jack versorgt wird. Durch den Batterie-Betrieb eignet sich der Olimexino-328 ideal für portable Anwendungen wie beispielsweise Datenlogger oder Sensor-Modul.

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