Meine Oregon Scientific Wetterstation im Garten sendet laufend Umweltdaten über Wind, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Regen. Die Messwerte werden dann auf der Anzeigeeinheit im Wohnraum dargestellt. Die Sensor-Daten werden dabei mittels 433-MHz-Funktechnologie übermittelt. Als Maker stellt sich hier nun schnell die Frage ob man die Daten mittels Empfänger-Modul selber abfragen und in anderer Art weiterverwenden kann, beispielsweise zur Darstellung im Intranet oder auf einer Website.

Das Empfangen und Decodieren von Sensordaten mittels Arduino wird regelmässig in verschiedenen Arduino-Foren besprochen. Brian von lostbyte.com hat zu diesem Thema ein Projekt im Forum veröffentlicht. Dabei hat er die Daten der Sensoren einer Oregon Scientific Wetterstation decodiert. Die Details dazu sowie ein Beispielsketch findet man auf seiner Website. Brian publiziert dabei die Wetterdaten auf einer Website, sowie auf einem lokalen Display.

Basierend auf dem Projekt von lostbyte.com habe ich ein drahtloses Display zur Anzeige der Wetterdaten aufgebaut. Als Display verwende ich dabei ein LC-Display von einem Nokia-Handy. Die LC-Displays der Nokiatypen 3310 und 5110 gibt es in verschiedenen Varianten im Handel.

Mein erster Prototyp nutzt ein Display von einem Nokia 5110. Die Ansteuerung erfolgt bei diesem Display über eine SPI-Kommunikation, wobei das LCD für Spannungen von 3.3 V ausgelegt ist. Die Signale vom Arduino-Board werden dazu über Spannungsteiler von 5 V auf 3.3 V gewandelt. Als Funkempfänger wird ein Empfangsmodul aus dem 433 MHZ RF Link Kit von Seeedstudio verwendet.

Oregon Scientific Wetter Display

drahtloses Wetterdisplay

Neben dem Display für 3.3 Volt gibt es im Handel auch Ausführungen, welche mit 3.3 bis 5 Volt betrieben werden können. Diese Displays können mit der gleichen Display-Library angesteuert werden, haben aber meist eine andere Anschlussbelegung und benötigen keine Widerstände für die Signalanpassung. Für die Ansteuerung der Nokia-Displays gibt es verschiedenen 3310/5110-Libraries. Da dies Displays alle mit dem Display-Controller PCD8544 betrieben werden, kann auch direkt die PCD8544-Library verwendet werden.

Nachfolgender Aufbau zeigt das ganze Projekt als Steckbrett-Aufbau:

oregon-wetterstation-nokia5110

Download:
project_oregon_wetterstation_anzeige.txt

Aufbau:
Die Schaltung des drahtlosen Wetterdisplays wurde auf ein Proto Shield gelötet das dann in der endgültigen Form in ein Gehäuse oder hinter einer Frontplatte aus Kunststoff oder Holz platziert werden kann.

Drahtloses Display für Wetterstation

Die Stromversorgung wird idealerweise von einem kleinen Steckernetzteil geliefert. Test haben gezeigt, dass eine Batterie-Versorgung schnell an die Grenzen kommt. Auch eine volle 9 Volt-Batterie war beim Prototypen schnell leer. Bei einer Lösung mit Batterie sollten auf dem Arduino-Board alle unnötigen Anzeigeelemente wie Leuchtdioden entfernt werden.

Fazit:
Ein cooles Projekt mit vielen Möglichkeiten für den Ausbau nach eigenen Wünschen.

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2 Responses to “Projekt: drahtloses Display für Oregon Scientific Wetterstation”  

  1. 1 Klaus

    Hi!
    Ich versuche das gleiche um Börsenkurse auf einen Nokia 5110 zu übertragen.
    Ich habe auch das gleiche RF Modul, kann aber nicht über mehr als 3 Meter Distanz
    empfangen. Ich verstehe das nicht. Wenn ich das RF Modul an einen Arduino stecke
    mit einem LCD Schirm empfange ich locker 10 Meter durch Wände. Es ist jeweils der gleiche Sender. Kann das am Nokia Schirm liegen, hast du da einen Trick verwendet?
    Würde mich über einen Tipp freuen.
    Gruß Klaus

  2. 2 Roman

    Zu der Sache „Sensore“ und „Optimierung“:
    Ich nehme an, dass die typischen KNX-Wettersensoren z. B. für Regenerkennung, nicht die Genauigkeit liefern wie ein die großen, meteorologischen Regenmesser mit Wipptechnik. Hier bekomme ich den Niederschlag z. B. in 0.02 mm erfasst. Ähnliches nehme ich an, dass für die Windmesser gilt. Die Frage ist natürlich, ob diese Genaugikeit per se für KNX-Steuerung notwendig ist – daher sind die Sensoren auf den Genauigkeitbedarf hin wohl kostenoptimiert

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